Ob großer Garten oder kleines Fensterbrett: Gärtnern tut gut. Es hebt die Stimmung, bringt Natur in den Alltag und hilft dabei, zur Ruhe zu kommen. Bei der Anlage kleiner grüner Ecken in der Wohnung oder auf dem Balkon können gebrauchte Gläser und Flaschen überraschend praktisch sein.
Vermutlich stehen bei dir ohnehin schon ein paar leere Marmeladengläser oder Glasflaschen herum. Bevor du sie endgültig zum Altglascontainer bringst, kannst du sie mit wenigen Handgriffen upcyceln – zum Pflanzen, Dekorieren oder Bewässern.
Hier kommen ein paar einfache Ideen, wie Glas im Garten oder auf dem Balkon ein zweites Leben bekommt:
Kräuter auf der Fensterbank
Kennst du das: Du probierst ein neues Rezept aus und merkst erst im letzten Moment, dass das passende Kraut fehlt? Mit Kräutern im Glas bist du jederzeit vorbereitet. Ein Garten ist dafür nicht nötig – Basilikum, Minze oder Petersilie lassen sich problemlos auf dem Küchenfensterbrett züchten.
Für einen guten Start: Leere Konservengläser gründlich reinigen, den Boden mit kleinen Steinen bedecken und etwas Pflanzenkohle darüber streuen. Danach Erde einfüllen und die Kräuter einsetzen. Die Kohle nimmt überschüssiges Wasser auf und schützt vor Bakterien, Pilzen und Fäulnis.
Wer kreativ werden möchte, kann daraus sogar einen kleinen hängenden Kräutergarten machen.
Und falls du lieber dekorativ pflanzen möchtest: Kleine Grünlilien oder Kakteen sehen in Mini-Marmeladengläsern besonders schön aus.
Terrarium
Ein Terrarium ist ein kleiner Garten im Glas – mit eigenem Mini-Klima. Dafür füllst du einfach ein Glasgefäß mit Steinen, etwas Kohle, Erde und Pflanzen.
Wichtig ist, Pflanzen zu wählen, die ähnliche Bedingungen mögen:
- Kakteen und Sukkulenten brauchen wenig Wasser und stehen am besten offen.
- Farne, Efeu oder Begonien mögen es feuchter und fühlen sich mit Deckel wohl.
Mit Moos, Kieselsteinen oder Muscheln lässt sich das Ganze dekorativ gestalten. Gefäße aus Glas eignen sich perfekt dafür, weil sie wie Gewächshäuser wirken: Sonnenlicht erwärmt den Inhalt, und das Glas schützt die Pflanzen vor äußeren Verunreinigungen.
Fun Fact: Das erste Terrarium entstand 1842 eher zufällig, als der Botaniker Nathaniel Bagshaw Ward entdeckte, dass in einem verschlossenen Glas mit etwas Erde ein Farn wuchs. Seitdem ist die Anlage und Pflege eines Terrariums, auch „Flaschengarten“ genannt, zu einem beliebten Hobby geworden. Das älteste bekannte Terrarium ist über 60 Jahre alt – und wurde in dieser Zeit nur einmal geöffnet.
Pflanzenbewässerung aus der Glasflasche
Vergisst du auch ab und an das Gießen und dann lassen deine grünen Lieblinge die Köpfe hängen? Da haben wir einen Tipp für dich: aus alten Glasflaschen lassen sich einfache Bewässerungshilfen machen, die deine Pflanzen regelmäßig mit Wasser versorgen.
Dafür solltest du die Flasche zuerst reinigen. In den Flaschendeckel oder Korken bohrst du ein kleines Loch, damit das Wasser langsam austritt. Falls die Falsche keinen Deckel hat, kannst du auch ein Stück Stoff mit einem Gummiband auf der Flaschenöffnung befestigen.
Jetzt füllst du die Flasche mit Wasser (optional mit etwas Pflanzennahrung), setzt den Deckel wieder auf und steckst die Flasche kopfüber etwa 5 cm tief in die feuchte Erde. Fertig ist die tropfenweise Bewässerung und du kannst durch das Glas immer sehen, wann du die Flasche auffüllen solltest.
Fun Fact: Pflanzen bestehen zu 80–95 % aus Wasser. Ohne regelmäßige Bewässerung wachsen sie schlechter, werden anfälliger für Krankheiten und welken schnell – genau wie wir brauchen auch Pflanzen die richtige Versorgung, um gut zu gedeihen.
DIY-Flaschenlichter für Balkon und Garten
Damit deine Pflanzen nicht im Dunkeln stehen kannst du mit Glasflaschen auch stimmungsvolles Licht gestalten. Das ist ganz einfach: Lichterkette in die Flasche legen, etwas Kordel um den Hals wickeln und aufhängen – schon entsteht eine dekorative Leuchte.
Du kannst deine Flaschenlampen auch mit spezieller Glasfarbe bemalen – dann leuchten sie besonders schön.
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